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FN-Mitgliederzahlen 2022: Erstmals 80 % Frauenanteil
25.10.2022 / News

Mädels vor: Das kleine Plus bei den Mitgliederzahlen geht ausschließlich auf das Konto der weiblichen Reiterinnen.
Mädels vor: Das kleine Plus bei den Mitgliederzahlen geht ausschließlich auf das Konto der weiblichen Reiterinnen. / Symbolfoto: Archiv/Pixabay

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie und schwierigen Zeiten für den organisierten Sport steigen die Mitgliederzahlen in den deutschen Pferdesportvereinen wieder an, wenn auch nur leicht.  Erstmals in der Geschichte der FN liegt der Frauenanteil über 80 %.

 

Die deutsche Reiterliche Vereinigung ist mit 664.920 Mitgliedern weiterhin unter den Top-Zehn der deutschen Spitzenverbände des DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) und konnte mit über 400 neuen Mitgliedern sogar eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr verzeichnen.

Das Wachstum kommt – was durchaus bemerkenswert ist – vorwiegend aus den östlichen Bundesländern: Den anteilig höchsten Zuwachs hat der Pferdesportverband Mecklenburg-Vorpommern mit einer Steigerung um 2,99 Prozent (von 8642 auf 8900 Mitglieder) zu verzeichnen. Auch in Thüringen sind einige Mitglieder dazu gekommen: 2,92 Prozent Steigerung (5.621 in 2022 zu 5.237 Mitgliedern in 2021). Mitglieder-Zuwachs über ein Prozent gibt es außerdem in Hessen, dem Saarland und Sachsen-Anhalt.

Absolut betrachtet bleibt Baden-Württemberg mit 97.094 Mitglieder und ebenfalls einer leichten Steigerung der größte Landespferdesportverband, gefolgt von Westfalen (95.890 Mitglieder), Hannover (78.944) und dem Rheinland (57.199).

Im Übrigen geht das Wachstum – auch das ein bemerkenswerter Aspekt – ausschließlich auf die weiblichen Mitglieder zurück: Sie konnten 2022 ein Plus von 3.753 verzeichnen – während es bei den männlichen Mitgliedern ein Minus von 3.346 gab auf nunmehr 131.783. Damit verschiebt sich das Geschlechter-Verhältnis weiter zugunsten der Mädchen und Frauen: Von den 664.919 Mitgliedschaften entfallen nicht weniger als 533.136 auf sie, was einem Anteil von exakt 80,18 % entspricht: Damit ist die Marke von 80 % Frauenanteil erstmals in der FN-Geschichte übersprungen. (Im Vorjahr lag man noch knapp darunter, nämlich bei 79,66 %).

Diese Entwicklung spiegelt einen Trend wider, der seit vielen Jahren zu beobachten ist: So war etwa im Jahr 2007 die Verteilung der Geschlechter noch deutlich ausgewogener – damals waren von den insgesamt 753.700 FN-Mitgliedern 553.167 weiblich (= 73,39 %) und 200.533 männlich (= 26,61 %). Anders gesagt: In absoluten Zahlen hat die FN in den letzten 15 Jahren nicht weniger als 68.750 männliche Mitglieder verloren, was einem Rückgang von mehr als einem Drittel (exakt 34,28 %) entspricht. Die Zahl der weiblichen Mitglieder ist seit 2007 hingegen nur relativ leicht zurückgegangen, nämlich um 20.031 (= 3,62 %).

Insgesamt zeigt sich die FN mit der Jahresbilanz 2022 zufrieden: „Nach dem Rückgang der vergangenen Jahre sind steigende Mitgliederzahlen für den organisierten Pferdesports in Deutschland eine positive Botschaft in schwierigen Zeiten“, so FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach. „Die Corona-Pandemie hat starke Einschnitte für den Pferdesport bedeutet. Einen Mitgliederrückgang von mehr als 1,5 Prozent wie in 2020 haben wir zuletzt 2014 verzeichnet. Die Pandemie hat vor allem die Vereine hart getroffen. Umso schöner ist, dass der Negativ-Trend zunächst gestoppt zu sein scheint.“

Auch DOSB-Vorständin Sportentwicklung, Michaela Röhrbein, blickt größtenteils hoffnungsvoll in die Zukunft des deutschen Sports: „Die aktuellen Zahlen machen Mut. Insbesondere, dass bei unseren Jüngsten – den Kindern bis 6 Jahren – die Zahlen durchweg wieder steigen, ist enorm wertvoll. Wenn wir jedoch wollen, dass dieser Trend anhält oder bestenfalls sogar zunimmt und sich über alle Altersklassen und Geschlechter hinwegsetzt, dann müssen wir die Sportvereine jetzt weiter stärken. Unser vom BMI gefördertes ReStart-Programm ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

Doch es gibt auch Grund zur Sorge, so Michaela Röhrbein: „Leider macht aber die Energiekrise auch vor dem Sport nicht halt. Wenn die Menschen deshalb im Winter vor verschlossenen Sportstätten und Schwimmbädern stünden, dann hilft auch das beste Programm nichts, dann wird sich der positive Trend sehr schnell wieder umkehren. Der Sport und die Politik müssen deshalb alles dafür tun, die zusätzliche Belastung vor Ort an der Basis abzufangen und den Sport gut durch den Winter zu bringen.“

Quelle: fn-press

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